Luftbeweglichkeit

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  • Luftbeweglichkeit ist die Befähigung der Landstreitkräfte, den gefechtsnahen Luftraum für Führung, Führungsunterstützung, Kampf, Kampfunterstützung, Einsatzunterstützung, Aufklärung, Erkundung, Verbindung und Transport zu nutzen. Das Heer nutzt den Luftraum mit eigenen Luftfahrzeugen im Zusammenwirken mit anderen Teilstreitkräften, den Bündnispartnern und dem Zivilbereich. Luftbeweglichkeit ist der Oberbegriff für
    - Luftmechanisierung,
    - Luftlandungen,
    - Lufttransport und
    - allgemeine Unterstützungsaufgaben
    (Quelle: Heeresdienstvorschrift HDv 100/900 v. 2003
    TEIL I
    Verbringen von Personal und Material

    Eine bewegliche Einsatzführung ist die Voraussetzung, um auf dem Gefechtsfeld den Vorteil zu erhalten und die Entscheidung rasch herbeiführen zu können. Flugzeuge ermöglichen diese Beweglichkeit und einen raschen Ortswechsel von Mannschaft und Gerät über große Distanzen. Mit dem Aufkommen des Hubschraubers erlangte der Einsatz luftbeweglicher Kräfte auch eine Relevanz für die taktische Ebene. Entscheidend dabei war der Zeitgewinn durch die rasche Verfügbarkeit einer Truppe auf dem Gefechtsfeld


    Was ist das Ziel?
    Das Ziel eines durch Luftunterstützung durchgeführten Einsatzes ist das Verbringen oder Aufnehmen von Personal und Material in oder aus einem Gebiet. Hierbei ist zu unterscheiden, ob das Zielgebiet befriedet ("GRÜN" oder "FREI"), umkämpft (hier "HEISS" oder "HOT") oder nicht sicher für Mensch und Material ("NO GO" oder "ROT/RED") zu betrachten ist. Dies ist meist durch bereits durchgeführte Aufklärung eingestuft worden.

    Woraus besteht die Grund-Besatzung des Luftfahrzeuges?
    Die Besatzung des Luftfahrzeuges (Bordcrew) sollte für den Einsatz zweckmäßig gewählt werden. Hierzu zählen Pilot (Verantwortlich für die Durchführung des eigentlichen Fluges) und des Co-Piloten/Schützen/Kommandant (Verantwortung für Funk, Navigation, Einsatzführung). Ein gutes Zusammenspiel zwischen Pilot und Co-Pilot kann in schwierigen, unübersichtlichen bzw. überraschenden Situationen die Einsatzbereitschaft erhöhen. Hinzu kommt noch ein sog. "Bordmechaniker" bzw "Lademeister", welcher zumeist bei Transportmissionen für die Ladung des Luftfahrzeuges (im Laderaum bzw bei Außenlast) verantwortlich ist. Zudem unterstützt er den Piloten bei Landungen in unwegbarem Gelände durch Angabe der Höhe zum Boden bei Landungen oder der Ansage von Hindernissen im Landebereich. Für die allgemeine Durchführung des Flugauftrages ist im Einzelfall das Gewicht entscheidend, im speziellen bei Außenlast.

    Was sind Lande- und Einflugverfahren?
    Man unterscheidet in erster Linie, um welche Art der Landung es sich handelt, beides birgt Vor- und Nachteile:
    - direkte Landung ("TOUCH DOWN") = Absetzen des Trupps am Boden
    - Vorteil: Austausch von Soldaten, Evakuierung von Personal möglich, Material kann aus- und eingeladen werden (Arsenal, Ersatzteile, Treibstoff)
    - Nachteil: lange Verweildauer am Boden, Luftfahrzeug ist dann am verwundbarsten
    - Schweben über der Landezone ("HOVERN") = Abseilen aus der Luft, Außenlasttransport
    - Schnelles Absetzen der Soldaten oder Fracht in Einsatzgebiet
    - Keine Aufnahme von Soldaten oder Material möglich

    Wichtige Verhaltensregeln
    Funk: Alle Kommandos müssen präzise weitergegeben werden. Hierbei ist der Funkverkehr auf ein Minimum zu reduzieren. Es empfiehlt sich, zwischen
    Bordcrew und Truppe verschiedene Kanäle zu nutzen.
    Tipp: Man kann bei einer Landung den Hubschrauber so schnell wie möglich komplett einnebeln.
    Einsatz: Geschwindigkeit ist beim Ein- und Ausfliegen ein elementarer Bestandteil. Der Hubschrauber ist in der Lande-, Aufenthalt- und Abflugphase am
    verwundbarsten. Ein Absetzen von Personal sollte im Optimalfall nicht länger als 10-15 Sekunden dauern, ein Aufnehmen von Personal nicht länger
    als 60-90 Sekunden (als Beispiel: Crisis Exercise Evacuation Scenario ILA 2016, Absetzen zwischen 09:30 und 11:20, Aufnehmen zwischen 14:50 und
    16:30)

    Einweisen von Hubschraubern in "Gelände/urbanen Gebieten"
    a) Im Vorfeld muss eine geeignete Stelle für eine mögliche Landung identifiziert werden. Hierbei gilt es einige Punkte zu bedenken:
    - Einflug- und Abflugkorridor müssen frei von Hindernissen sein; hierbei ist ein Bereich vom doppelten Durchmessers des Hauptrotors anzunehmen
    - die Landefläche sollte auf möglichst ebenem Gelände sein (bei einem "Abseilen aus einem Hubschrauber, dem sog. "FAST ROPING", ist dies nicht relevant)
    - die Landefläche sollte so gewählt werden, dass ein Bereich vom doppelten Durchmesser des Hauptrotors hindernisfrei ist
    b) Die Landezone muss für den Piloten bzw. den Co-Piloten kenntlich gemacht werden:
    - topografische bzw bauliche Merkmale sind ein guter Anhaltspunkt für die Bordcrew
    - Signalrauch (vorzugsweise Grün, Orange, Blau) sollte eingesetzt werden, sodass die Landezone ca. im letzten Drittel des Anfluges gesehen werden kann. Hierbei gilt: nicht zu früh werfen, ggf mehrere Rauchgranaten hintereinander werfen, nicht die eigentliche Landezone "einnebeln" (Windrichtung beachten)
    - bei Nacht bieten IR-Laser einen guten Anhaltspunkt. Es hat sich bewährt, ein Drei- oder Viereck zu bilden. Für den Anflug den Laser gen Himmel richten. ! ! ! ACHTUNG, NICHT DEN PILOTEN BLENDEN ! ! !
    c) Es muss ständig Funkkontakt zum Piloten halten werden um Gegebenheiten in der Landezone weiterzugeben (Feindkontakt, Hindernisse, etc.). Beim Endanflug muss/sollte die geschätzte Höhe per Funk weitergeben werden, insbesondere bei Transport von Außenlast.

    Abseilen aus Hubschraubern
    Während dem "FAST ROPING" ist es wichtig, dass der Pilot bzw Co-Pilot die Position sehr genau hält und eine gewisse Höhe zum Boden weder unter- noch überschreitet (ca 10-15m). Für den Trupp gelten folgende Verhaltensregeln:
    - der Pilot gibt das Kommando zum Absetzen: "TRUPP ABSETZEN" oder "ALPHA RAUS"
    - jeder Soldat gibt per Funk durch, wenn er das Luftfahrzeug verlassen hat und wann er den Boden erreicht hat: "EINS RAUS" oder "EINS UNTEN".
    - die Übersicht über die Anzahl der abzusetzenden Personen obliegt dem Gruppenführer oder dem Bordmechaniker. Sollte die Hubschrauberbesatzung nicht über einen solchen verfügen, so überwacht der Co-Pilot das Absetzen.
    - nach erfolgtem Absetzen des Trupps gibt abschließend der Gruppenführer die Information durch, dass der Trupp abgesessen ist: "TRUPP ALPHA UNTEN" oder "ALPHA ABGESESSEN".
    - der Gruppenführer/Funker gibt dem Piloten die Freigabe zum Abflug. Dies muss klar und deutlich kommuniziert werden, Beispiel: "MEDEVAC ZURÜCK ZUR BASIS" oder "GUTEN RÜCKFLUG"
    - die Bordcrew gibt dem Gruppenführer/Funker als Rückantwort: "MEDEVAC VERSTANDEN, VERLEGEN ZURÜCK" oder "WIR FLIEGEN ZURÜCK"
    - sollte eine Einsatzleitung den Einsatz überwachen, so wird diese dementsprechend verständigt. Auch hier ist eine klare und deutliche Kommunikation notwendig
    - zum Vereinfachen und zur schnelleren Kommunikation gibt der Gruppenführer per Funk durch, wenn der letzte Mann den Hubschrauber verlassen hat: "LETZTER MANN, ZURÜCK ZUR BASIS". Daraufhin fliegt der Hubschrauber umgehend zurück. Dies erfordert ein sehr gutes Teamwork!!!

    Landung eines Hubschraubers
    Für die Landung eines Hubschraubers gelten folgende Maßnahmen:
    - Einfliegen: Einflugverfahren werden vom Piloten oder Co-Piloten gewählt. Ihm obliegt die Einschätzung, ob letztendlich eine Landung möglich ist oder ob der Trupp per "FAST ROPE" abgesetzt werden kann.
    - jeder Soldat gibt per Funk durch, wenn er das Luftfahrzeug verlassen hat: "EINS RAUS"
    - nach erfolgtem Absetzen des Trupps gibt abschließend der Gruppenführer die Information durch, dass der Trupp abgesessen ist: "ALPHA ABGESESSEN".
    - der Trupp bezieht schnellstmöglich Sicherungspositionen um die Landezone. Hierbei kann zum besseren Sichtschutz Rauch um die Landezone geworfen werden um den Hubschrauber gänzlich "einzunebeln"
    - wenn Material abgeladen werden muss, so gibt derjenige, der die Fracht ablädt das Kommando für den Start "LADE FRACHT AUS" und Ende "FRACHT AUSGELADEN". Hierbei kann zum besseren Sichtschutz Rauch um die Landezone geworfen werden um den Hubschrauber gänzlich "einzunebeln"
    - wenn Soldaten aufgenommen werden müssen, melden sie, wenn sie den Hubschrauber bestiegen haben: "EINS SITZT" oder "SOLDAT AUFGESESSEN"
    - der Gruppenführer/Funker gibt dem Piloten die Freigabe zum Abflug. Dies muss klar und deutlich kommuniziert werden, Beispiel: "MEDEVAC ZURÜCK ZUR BASIS" oder "GUTEN RÜCKFLUG"
    - die Bordcrew gibt dem Gruppenführer/Funker als Rückantwort: "MEDEVAC VERSTANDEN, VERLEGEN ZURÜCK" oder "WIR FLIEGEN ZURÜCK"
    - sollte eine Einsatzleitung den Einsatz überwachen, so wird diese dementsprechend verständigt. Auch hier ist eine klare und deutliche Kommunikation notwendig
    - zum Vereinfachen und zur schnelleren Kommunikation gibt der Gruppenführer per Funk durch, wenn der letzte Mann den Hubschrauber verlassen hat: "LETZTER MANN, ZURÜCK ZUR BASIS". Daraufhin fliegt der Hubschrauber umgehend zurück. Dies erfordert ein sehr gutes Teamwork!!!

    Außenlasttransport
    Für Außenlast mit einem Hubschrauber gelten folgende Maßnahmen:
    - Einfliegen: Einflugverfahren werden vom Piloten oder Co-Piloten gewählt.
    - der Bordmechaniker/Lademeister gibt bei Aufnahme der Fracht und beim Absetzen der Fracht die Positionen von Hubschrauber und Fracht fortwährend weiter
    - beim Absetzen der Fracht gibt der Einweiser am Boden zusätzliche Informationen zu Positionen von Hubschrauber und Fracht an. Insbesondere die Höhe der Fracht zum Boden muss fortwährend weitergegeben werden (geschätzte Höhe)
    - sobald die Fracht den Boden berührt hat, gibt der Einweiser am Boden durch: "FRACHT ABGESETZT" oder "FRACHT UNTEN".
    - das Lösen der Fracht kann vom Boden aus oder vom Piloten ausgeführt werden: "FRACHT GELÖST"




    TEIL II
    Luftgestützte Bekämpfung harter/gepanzerter Ziele

    Die Bekämpfung von Panzeransammlungen aus der Luft wird heute unter dem Begriff Anti Surface Force Air Operations zusammengefasst. In westlichen Armeen wurde vor allem auf den Einsatz von Panzerabwehr- und Kampfhubschraubern gesetzt wie in der Bundeswehr mit dem Panzerabwehrhubschrauber Bo 105 (PAH) und dem Nachfolger Eurocopter Tiger (PAH2). Kampfhubschrauber wie der Eurocopter Tiger sind vorrangig zur Panzerbekämpfung und zur Aufnahme der entsprechenden Lenkflugkörper konzipiert worden. Panzerabwehrkräfte mit Panzerabwehrlenkraketensystemen (PARS) sind heute sowohl in mechanisierten als auch in motorisierten Infanteriekräften integriert. Die Reichweite der Panzerabwehrlenkwaffen übersteigt teilweise die Reichweite der Kampfpanzer.

    Was ist das Ziel?
    Die Bekämpfung von motorisierten, mechanisierten, harten und weichen Objekten bzw. Zielen ist die vordringlichste Aufgabe von Panzerabwehrhubschraubern (im folgenden PAH genannt). Im Laufe der letzten 20 Jahre hat sich das Aufgabenspektrum durch den Wegfall des Warschauer Paktes verlagert. Zusätzliche Aufgaben wie z.B. Luftraumsicherung und Luftraumüberwachung gehören mit zu den Aufgaben eines PAH.

    Woraus besteht die Grund-Besatzung des Luftfahrzeuges?
    Die Besatzung des Luftfahrzeuges (Bordcrew) sollte für den Einsatz zweckmäßig gewählt werden. Hierzu zählen Pilot (Verantwortlich für die Durchführung des eigentlichen Fluges) und des Co-Piloten/Schützen/Kommandant (Verantwortung für Funk, Navigation, Einsatzführung). Ein gutes Zusammenspiel zwischen Pilot und Co-Pilot/Schützen/Kommandant kann in schwierigen, unübersichtlichen bzw. überraschenden Situationen die Einsatzbereitschaft erhöhen.



    WIP (Work-in-Progress)

    :feierabend:

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