Jägertruppe (Bundeswehr)

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  • Die Jägertruppe ist eine Truppengattung im Heer und in der Streitkräftebasis der Bundeswehr. Die erstmals im Jahr 1631 in Hessen aufgestellte Truppengattung Jäger zählt in der Bundeswehr zu den Kampftruppen des Heeres und bildet mit der Fallschirmjägertruppe und der Gebirgsjägertruppe den Truppengattungsverbund Infanterie. Auftrag der Jägertruppe ist der Kampf gegen Infanterie in Mittelgebirgen, Wäldern und urbanen Gefechtsräumen.
    Auftrag und Fähigkeitsprofil


    Die Jägertruppe der Bundeswehr wurde als leichte, motorisierte Infanterie zum Kampf in für Kampfpanzer ungünstigem Gelände und zum Schutz rückwärtiger Räume konzipiert.


    Die Truppe wird meist durch ungepanzerte oder nur leicht gepanzerte, teils schwimmfähige Fahrzeuge in den Einsatzraum verbracht. Durch ihre leichte Ausrüstung kann die Jägertruppe wie die Gebirgsjägertruppe durch Transporthubschrauber oder andere Luftfahrzeuge luftbeweglich gemacht und angelandet werden, um an Schwerpunkten überraschend zum Einsatz zu kommen.[1][A 1] Durch Zulauf des GTK Boxer wurde die Beweglichkeit und Schutz zu Land erhöht, gleichzeitig aber die Luftbeweglichkeit der Jägertruppe reduziert, da dieser nur mit Transportflugzeugen transportiert werden kann.


    Im Einsatzraum bekämpft die Jägertruppe zu Fuß vorrangig mit leichten Waffen wie die Gebirgsjäger- und Fallschirmjägertruppe feindliche Infanterie. Der Einsatzraum ist häufig durch unwegsames, also bedecktes und/oder durchschnittenes oder bebautes Gelände charakterisiert. Im bebauten Gelände kämpfen Jäger im Orts- und Häuserkampf.


    Zur Bekämpfung von Panzern bildet die Jägertruppe mit Panzerabwehrhandwaffen ausgerüstete Panzervernichtungstrupps. Zur Panzerabwehr ist die Jägertruppe mit auf Wieseln beweglich gemachten Panzerabwehrlenkraketensystemen bedingt befähigt. Diese sind in den schweren Jägerkompanien zusammengefasst.


    Die schweren Kompanien leisten zusätzlich Feuerunterstützung mit auf Wiesel beweglich gemachten Maschinenkanonen sowie auf Radfahrzeug Wolf verlasteten Mörsern.


    Abgesessen sind Jäger nur durch die persönliche Ausrüstung gegen ABC-Waffen geschützt. Eine Steigerung des Schutzes wird durch modernisierte Ausrüstung wie das System Infanterist der Zukunft erreicht. Gegen Artilleriefeuer sind Jäger nur in Feldstellungen geschützt. Aufgesessen durch den Transportpanzer Fuchs und den GTK Boxer bedingt gegen den Beschuss mit leichten Waffen und ABC-Waffen geschützt.


    Die deutsche Infanterie ist bedingt zur Operation verbundener Kräfte befähigt und kann dazu bei Bedarf Unterstützung durch die Panzertruppen und Artillerie gegen mechanisierte Truppen und feindliche Infanterie erhalten. Dazu wirkt die Jägertruppe bedingt mit der eigenen Panzertruppe und der Panzergrenadiertruppe zusammen. Diese unterstützen die Jägertruppe durch den Kampf gegen feindliche Panzerfahrzeuge, die Schützenpanzer gegen feindliche Infanterie mit der Bordmaschinenkanone. Die Koordination mit der Artillerie im Rahmen der streitkräftegemeinsamen taktische Feuerunterstützung erfolgt durch die Joint Fire Support Team der schweren Kompanien.


    Infanterie führt das Gefecht in der Verteidigung aus Stellungen und im Angriff auf feindliche Feldstellungen, besonders im Waldkampf sowie im Orts- und Häuserkampf in urbanen Räumen. Die Jägertruppe führt Angriff im für sie günstigem Gelände im Stoßtruppverfahren durch.


    Zur Operationsart Verzögerung, um Angriffe feindlicher mechanisierter Truppen zu verlangsamen und zu kanalisieren, ist Infanterie nicht befähigt.


    Jäger sind für den Jagdkampf befähigt, insbesondere im eigenen rückwärtigen Raum gegen schwache durchgebrochene oder luftgelandete Truppen, gegen Spezialeinheiten oder irreguläre Kräfte.


    Im Gegensatz zu Jägern sichern Sicherungsverbände im rückwärtigen Raum nur ortsfeste Objekte und besondere Führungsmittel wie Stäbe. Diese sind nicht zum infanteristischen Kampf befähigt, da diesen organisch schwere Waffen fehlen und sie nicht vollumfänglich für den infanteristischen Kampf ausgebildet sind. Die Sicherung von besonderen Einsatzmitteln der Artillerie erfolgt durch Sicherungsbatterien.


    In den Auslandseinsätzen werden Jäger häufig für Fußpatrouillen und mit geschützten Radfahrzeugen, zur Sicherung von Marschwegen und aufgesessen als Begleitschutz von Konvois sowie bedingt zum Jagdkampf eingesetzt.

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